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Achtung, Nostalgie-Post!

Es gab mal eine Zeit, als wir noch nicht massenweise Youtube-Trailer konsumierten, lange bevor die Filme überhaupt ins Kino gekommen sind. Ich selbst hab diese Zeit nur am Rande miterlebt, aber schöne Erzählungen darüber kenn ich zumindest.

Zum Beispiel von BBC-Entertainer und Attack the Block-Regisseur Joe Cornish, der mir vor eine paar Monaten in einem sehr unterhaltsamen Gespräch anvertraut hat, wie er den Kinostart von Predator erlebt hat (ja, der wahre mit Schwarzenegger aus dem Jahr 1987 und nicht der lahmärschige Predators). Da gabs im Vorfeld keinen Trailer zu sichten. Das einzige, womit er sich auf den Kinobesuch vorbereiten konnte, war das Poster. Und das hat im Fall von Predator auf keinen fetten Alien-Fight hingewiesen. Stattdessen hat sich Cornish auf einen kriegsfilmartigen Actioner eingestellt. Klar, am Poster sieht man ja auch nur Arnie mit einer Puffn in den Händen in einem Fadenkreuz posieren. Und darunter die Tagline „Soon the hunt will begin“. Die Überraschung im Kinosaal war damit umso größer – und damit auch der Spaß.

Ja, das waren wohl noch Zeiten. Heute haben wir hald dafür Youtube, Social Media und Filmrezensionen wohin man schaut.

Weil das Filmposter aber immer noch eine tolle Sache ist und einen hohen ästhetischen Wert hat, präsentiert soundonsight.org die besten Filmposter aus dem Jahr 2011. Wenn ich da so durchschaue, wünsch ich mich doch fast zurück in eine frühere Zeit, wo das Filmposter noch eine andere Magie gehabt hat.

Wenn ich mir diese Poster anschaue, fällt mir außerdem auf, dass ich viel zu viel noch nicht gesehen habe, wie z.B. diesen Hobo with a Shtgun. Viel zu tun, im Jahr 2011 wird sich’s vermutlich aber nicht mehr ausgehen. Dann aber im nächsten! Btw Frohe Weihnachten und guten Rutsch (aber ohne Auto, wie mir ein Augustin-Verkäufer letztens geraten hat)!

FILM FILM FILM – Jetzt auch in Wiener Neustadt. Grund zum Jubeln? Ja, schon.

Hier kommt jetzt ein etwas verspäteter Nachbericht der letzten Woche in Wiener Neustadt – nicht ganz unspektakulär, und überhaupt für Neustädter Verhältnisse. Während man der Eröffnung des SUB  entgegenfiebern darf, passiert jetzt schon was. Etwas Euphorie gerechtfertigt.

Konkret: Letzte Woche hat das erste Frontale Filmfestival stattgefunden. Mit Kurzfilmwettbewerb, Handyfilmwettbewerb, Schulworkshops und einer Reihe sehr sehenswerten Spiel- und Dokumentarfilme. Die ganze Palette. Darunter aktuelle österreichische Produktionen wie Die Vaterlosen (Marie Kreutzer, Bester Spielfilm Diagonale 2011) und Inside America (Barbara Eder). Beide Regisseurinnen sind dafür auch zum Diskutieren nach Neustadt gekommen. Am Ende des 3-tägigen Festivals hat’s dann noch den US-Klassiker The Breakfast Club (nach Publikumsabstimmung in OT ohne Untertitel, yeah) als Sahnehäubchen obendrauf gegeben.

Wir selbst, Doomsday Films, waren mit zwei Kurzfilmen im Rennen und haben am Schluss tatsächlich den Preis für den Besten Kurzfilm bekommen – mit unserem Zombie-Drama Gänseblümchen (über die Drehabreiten dazu hab ich letzten Sommer mal gebloggt). Kurz gesagt: Unpackbar.

Insgesamt fette Veranstaltung ( und das sag ich nicht nur weil wir gewonnen haben). Alle verfügbaren Daumen hoch für die Frontale und ihre Veranstalter.  Schön, dass Wiener Neustadt jetzt sowas hat. Hoffentlich auch in Zukunft ein guter Grund, um Anfang Dezember in die gute alte Heimatstadt zu kommen.

Abgesehen von der Frontale hat es auch der Verein Bollwerk mit seiner zweiten Auflage der BANALE letzte Woche bis auf die Bretter des Stadttheaters geschafft. Subkultur in Wiener Neustadt soll damit eine größere Bühne bekommen. In den lokalen Medien ist die Veranstaltung zwar trotzdem vorwiegend totgeschwiegen worden, aber was solls. Schrägster Abend im Stadttheater ever, weiter so!

…Übrigens, auch bei diesem Filmfestival haben wir einen Beitrag eingereicht – unseren 2 minütigen Experimentalfilm „Champ“ – von dem es jetzt sogar ein Filmposter gibt. (Film demnächst vielleicht auf der bekanntesten Online-Videoplattform der Welt zu sehen, Bild vom Poster wird im Blog nachgereicht)

Jede Menge also losgewesen…in einer Woche…in WR. NEUSTADT! So darf es weitergehen. Olé!

Zum Schluss hier nochmal unser Film GÄNSEBLÜMCHEN, ein Zombie-Kurzfilm, den wir im Sommer 2010 innerhalb von zwei Tagen gedreht haben. Danke ans Team, dass das möglich war!

Gerade bin ich wieder (noch mehr als sonst) in Kurzfilm-Stimmung. Das liegt daran, dass ich selbst gerade wieder mit Kurzfilmfestivals zu tun habe und darum gerade auch am Schneiden bin – zum Glück tut sich auf dem Gebiet jetzt auch in meiner Heimatstadt Wiener Neustadt etwas.

Da bin ich dann auch besonders anfällig, wenn mich ein Kollege (weiliewei) auf einen scheinbar besonders gelungenen animierten Kurzfilm hinweist: Everything will be ok von Don Hertzfeldt (Bitter Films) ist ein melancholisch-komisch erzählter Schwenk aus Stickman Bills Leben, der sich immer mehr zu einer Art Bad Trip verzerrt – das mit nur ein paar Bleistiftstrichen. Der Film ist 2006 beim Sundance Filmfestival ausgezeichnet worden. So oder so – sehr sehenswert! (Ende 2011 soll schon Chapter III der Bill-Saga erscheinen)

[edit: in den Credits findet man u.a. den nicht minder begabten Shane Acker (#9)]

Wenn man weiter nach Don Hertzfeldt sucht, kommt auch sehr Schräges zum Vorschein, wie zum Beispiel The Animation Show, die er gemeinsam mit Mike Judge (Beavis & Butthead) präsentiert. Viel Vergnügen.

Justin Timberlake möglicherweise im nächsten Coen-Film „Inside Llewyn Davis“

Seine frühe Karriere als Sänger und Pop-Idol hat es ihm nicht unbedingt leichter gemacht von einem ganz anderen Zielpublikum als Schauspieler ernst genommen zu werden. Zu groß die Angst der Cineasten mit kreischenden Teenie-Fans in einen Topf zu geraten. Aber Timberlake und MTV – das ist ohnehin Schnee von gestern. Umso interessanter seine Laufbahn im Film-Metier, das kann man schön langsam ganz ungeniert zugeben. Gut, als DER Charakterdarsteller Hollywoods hat er sich bisher noch nicht etablieren können und ist ihm vielleicht auch in Zukunft nicht bestimmt. Aber ganz grundlos werden ihm die begnadeten Coen-Brothers vermutlich nicht eine Hauptrolle in ihrem neuen Film Inside Llewyn Davis angeboten haben (Bericht: Variety). Okay, natürlich kann man gleich einen gewieften Marketing-Schachzug der Brüder wittern, der diesem Independent-Projekt ohne großem Studio im Rücken auch zweifellos nicht schaden könnte. Aber gänzliche Talentlosigkeit kann man dem Herrn Timberlake trotzdem nicht nachsagen. Und so ist dieses Rollenangebot (die Coens sind ja bekannt für starke und ausgefallene Charakterzeichnung) sicher eine gute Möglichkeit für ihn letzte Zweifel an seinem Talent beiseite zu kehren. Der SciFi-Actioner In Time, in dem er zurzeit zu sehen ist, dürfte ja nicht dieser Besen gewesen sein, glaubt man der Kritik (wofür Timberlake ja wiederum wenig kann).

Einiges an Street Credibility konnte sich Timberlake ja erst zuletzt mit seinem Auftritt als smarter Napster-Gründer in David Finchers Facebook-Thriller The Social Network dazugewinnen. Dabei ist er mir schon Jahre zuvor positiv im Drama Alpha Dog an der Seite des großartigen Emile Hirsch aufgefallen, was schließlich der Grund für mich (zu der Zeit selbst noch Teenie) war, meine eigenen Vorurteile abzustreifen.

Falls er nun also die Rolle im neuen Coen-Streifen annehmen sollte, werde ich dem Kinostart also auf jeden Fall gespannt entgegenfiebern. Aber das mach ich ohnehin bei jedem Coen-Produkt, da braucht’s keinen Timberlake.

Zum Abschluss muss das hier einfach noch sein:

Er ist zurzeit der Renner in den weltweiten Kinos: der Superheldenfilm! Von liebenswürdigen Wannabes wie Kick Ass oder The Green Hornet bis zu richtig taffen Typen wie Thor, Captain America oder Green Lantern.

Natürlich sind dann auch wieder Quizes wie „Which Superhero are you?“ hoch im Kurs, denn wer will schon kein Superheld sein?

Rot ist das neue Grün

Ich bin übrigens -laut Quiz- The Flash, ein Charakter aus dem DC Universum, den sich Hollywood in seiner aktuellen Superhelden-Euphorie bisher noch nicht vorgeknöpft hat. Ein kurzer Blick auf IMDb bekräftigt den Zusatz „noch“ – The Flash ist bereits für 2013 angekündigt. Ist also nur eine Frage der Zeit, dann wird der Rote Blitz sieben Jahrzehnte nach seiner Geburt wieder neue Popularität auch im Mainstream genießen – so wie das seine Kollegen jetzt gerade tun.

Ein fruchtbares und noch nicht so bald ausgeschöpftes Geschäft ist das mit den Superhelden.

Your results:
You are The Flash

The Flash
65%
Spider-Man
55%
Green Lantern
55%
Hulk
50%
Supergirl
48%
Robin
45%
Catwoman
45%
Iron Man
45%
Wonder Woman
43%
Superman
25%
Batman
20%
Fast, athletic and flirtatious.


Click here to take the „Which Superhero am I?“ quiz…

Hellyeah!

Was passiert, wenn ein visionärer Regisseur wie Spike Jonze ein Musikvideo für eine legendäre Band macht und dabei auf einen der innovativsten Zombie-Filme der letzten Jahre anspielt?

Ein irrwitziges Puppenspiel, bei dem die Beastie Boys gegen Nazi-Zombies in den Kampf ziehen und schließlich von einem Yeti gerettet werden. Dabei werden Sprüche geklopft und massig Blut vergossen. Bei so einem Spektakel kann es dann schon leicht passieren, dass die Musik (Don’t play no Game that I can’t win) dezent in den Hintergrund rückt.

Das Ergebnis (in „Ultra HD“), ob man es jetzt nun als Musikvideo oder Kurzfilm bezeichnen mag, kann sich sehen lassen – und man merkt auch, dass Spike Jonze sichtlich Spaß an der Arbeit gehabt hat.

Was macht eigentlich Musiker und Filmemacher Rob Zombie momentan?

Er tourt nicht nur gerade fleißig durch Europa (am Montag war er im Wiener Gasometer), sondern hat jetzt auch wieder Regie geführt. Torturer heißt sein jüngstes Werk. Nein, kein Spielfilm à la Das Haus der 1000 Leichen oder The Devil’s Rejects und auch kein neues Reboot, sondern ein Werbespot für das US-Waschmittel Woolite. So unspektakulär das klingt, recht schön anzusehen ist der 30 Sekünder trotzdem. Und ganz Rob Zombie mäßig geht’s dabei auch ordentlich zur Sache – so sehr das für einen Waschmittel-Spot hald möglich ist.

Da sieht man wieder, dass Werbung nicht ausschließlich nervig sein muss, sondern auch einen ästhetischen Anspruch haben kann (auch abseits der Superbowl-Halbzeit).

Sowas könnte es hierzulande auch gerne häufiger geben. Da ist ja Hornbach meines Wissens momentan ganz allein auf diesem Weg unterwegs.

Und einmal noch zurück zu Rob Zombie. Was den Spielfilm angeht, ist der umtriebige Künstler ja auch gerade am Werken. In The Lords of Salem zum Beispiel sorgen ein paar 300 Jahre alte Hexen für Unbehagen. Hört sich schon mal nach gutem Stoff an!

„Wogegen demonstriert ihr?“

Ausnahmsweise mal gegen gar nichts. Die Liebe zu den lebenden Toten hat uns vereint – für gut eine Stunde waren wir gestern einfach mal eine Horde nach Gehirnen gierender Zombies, die sich durch Graz bewegt und dabei reichlich Irritation hervorgerufen hat. ZOMBIE-FLASHMOB!

Dem Innenstadt-Terror ist ein Zombie-MakeUp-Workshop in den Räumen der Infodesigner an der FH Joanneum vorausgegangen, unter der professionellen Leitung von Johannes Grenzfurthner von monochrom.

Da durften streichbares Latex, Kunstblut (-schorf) und ein wenig Farbe nicht fehlen.

Und es gab auch Blut für die Augen. Für die ganz Überzeugten!

Damit ist dem Zombie-Walk nichts mehr im Wege gestanden. Röchelnd, gelegentlich brüllend haben wir unsere verrotteten Körper vom Mariahilferplatz über den Hauptplatz gezerrt -  die Herrengasse hinunter und über die Sporgasse wieder zurück.

Die Passanten haben geschaut, gelacht, geschrien, einige haben sich provoziert gefühlt – andere sind einfach gefressen worden.

Bei einem anständigen Flashmob muss natürlich auch der alltägliche Verkehr  gestört werden. PKWs sowieso, Engagierte stellen sich auch vor eine Straßenbahn.

alle Fotos © Jan Hestmann

mehr @ Flickr oder in der Facebook-Gruppe ZombieMob Graz.

 

Vorerst genug Brains geschlürft. Es war ein Blutfest allerhöchster Güte, darum: bis zum nächsten Zombie Mob!

„Anonymous is legion.“

 

 

 

Harte Tage für den IWF. Zuerst das Dilemma mit Strauss-Kahn – jetzt kündigen Anonymous einen Cyber-Krieg gegen den Währungsfonds an. Grund dafür ist dessen Umgang mit den Griechen.

Roarmag berichtet.

Es waren einmal drei Böcke,  die auf  die Alm wollten, um sich fett zu fressen, und alle drei hiessen sie Bock Ziegenbart. Unterwegs kamen sie an eine Brücke, die über einen Wasserfall führte, und unter der wohnte ein grosser, schrecklicher Troll, der Augen hatte, so groß wie Zinnteller und eine Nase so lang wie ein Besenstiel.

So beginnt das berühmte norwegische Volksmärchen Die drei Böcke Ziegenbart, die auf die Alm wollten, um sich fett zu fressen.

Dieses märchenhafte Szenario gibt es jetzt auch auf der großen Leinwand zu bestaunen, nämlich im aktuellen Export-Schlager Trolljegeren (The Troll Hunter) aus Norwegen…wenn auch leicht abgeändert. Hier haben wir es mit dem Trolljäger Hans zu tun, der gerade versucht, den Troll unter der Brücke mit einem Köder aus der Reserve zu locken.  Dazu verwendet er einen Bock. Da tut sich aber nichts. Noch einen. Immer noch nichts. Wie im alten Märchen braucht es schließlich ganze drei Böcke, um den Troll herauszulocken. Im Märchen besiegen die Böcke den bösen Troll durch eine List. In Trolljegeren sind sie bloß Appetithäppchen für das Ungetüm, das anschließend auch Hans zu verspeisen versucht. Aber der hat noch einmal Glück, seine zusammengeschraubte Blechrüstung bewahrt ihn vor Schlimmeren. Es wird also schon langsam klar: Mit den Trollen, mit denen wir es in diesem Film zu tun haben, ist nicht zu spaßen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Trolljegeren von Regisseur Andre Øvredal ist nicht nur ein packender, bildgewaltiger Abenteuerfilm, der von der ersten bis zur letzten Minute fesselt – außerdem versucht er mit sehr viel Gefühl die nordische Mythologie zu transportieren, wie eben zum Beispiel mit der Adaption dieses norwegischen Märchens. Dabei wirkt der Film zu keinem Zeitpunkt lächerlich oder aufgesetzt. Ja, wir haben es mit Trollen zu tun, die in den Wäldern und Gebirgen im Westen Norwegens hausen. Gleichzeitig lässt der Film aber ein wenig in die Seele Norwegens blicken und ist dann plötzlich doch nicht mehr so unglaubwürdig. Weil Norwegen und Trollkult – das hat immer schon zusammengehört. Und das spürt man in Trolljegeren.

Abgesehen davon ist der Film einfach für jeden Genrefan ein absolutes Muss. Ich meine…Trolle!! Wo für jeden eingefleischten Filmnerd abgenutzte Kreaturen wie Zombies (nicht falsch verstehen, die sind trotzdem großartig!) oder Vampire meistens schon ziemlich berechenbar sind, so ist das Trollwesen tendenziell noch eher Neuland. Neue Regeln und damit neue Überraschungen.  Außerdem beschränkt sich Trolljegeren ja nicht auf eine Art von Trollen. Nein, es gibt gleich jede Menge zu entdecken. Große Trolle, riesige Trolle, Trolle mit mehreren Köpfen…Und so ist es dem Zuseher unmöglich zu durchschauen was als nächstes  passiert und es bleibt einem nichts anderes übrig, als sich auf die folgende Szene dieser wahnwitzigen Entdeckungsreise zu freuen.

Trolljegeren ist eine Mockumentary, im Stile von The Blair Witch Project, Cloverfield oder den beiden Rec-Filmen wird uns hier ein Dokumentarfilm vorgetäuscht. Ein dreiköpfiges Kamerateam (also nicht wie beim dreiköpfigen Troll, sondern einfach drei junge Studenten) macht sich auf, um einem vermeintlichen Bärenwilderer auf die Schliche zu kommen. Sie stoßen auf Hans. Von nun an folgen sie ihm mit wackeliger Handkamera auf Schritt und Tritt. Anfänglich weist sie der worgkarge, etwas unheimlich erscheinende Mann immer wieder ab. Bis er ihnen sein Geheimnis offenbart (Hans ist Trolljäger und damit der einzige seiner Art) , braucht es ein Extraportion Beharrlichkeit sowie eine erste gemeinsame Konfrontation im Wald: TRRRROOOOOLLLLLL!!!!!

Ab jetzt nimmt der Film rasant seinen Lauf. Die drei Studenten schnell eingeweiht, erlaubt Hans ihnen, ihn beim Trollejagen zu begleiten und zu filmen. Vorausgesetzt niemand von ihnen ist Christ. Auf solche, und das ist so sicher wie das Amen im Gebet (hahah…), haben Trolle nämlich besonders großen Appetit.  Zusammen mit dem Kamerateam tauchen wir  immer tiefer in die Welt der Trolle ein. Plötzlich wird so manches klar, das vorher, als man von der Existenz dieser Wesen noch nicht wusste, unerklärlich schien. Das verleiht dem Film eine zusätzliche Komik -  genauso wie die Darstellung einer von der norwegischen Regierung betriebenen Geheimhaltungspolitik, die nach und nach ans Tageslicht rückt.

All diese Thesen und vermeintlichen Tatsachen wirft der Film so beiläufig und selbstverständlich auf, dass man schon der Versuchung nahe kommt, das alles jetzt einfach mal wirklich zu glauben  – zumindest solange, bis der Film zu Ende ist. Und das ist bestimmt einer der Gründe, warum Trolljegeren so unglaublich unterhaltsam ist – besonders in einem bis auf den letzten Platz besetzten Kinosaal mit lauter gleichgesinnten Trollliebhabern. Das konnte man in Österreich z.B. in der Nachtsicht des Crossing Europe 2011 in Linz oder kurz darauf beim Slashing Europe im Wiener Filmcasino erleben. Regulär wird der Film bei uns übrigens nicht anlaufen, wie so viele gute Filme eben.

Diese Glaubwürdigkeit und der trockene Humor hätte in diesem Über-Drüber-Abenteuer-Film aber nicht annähernd so gut funktioniert, hätte nicht Otto Jespersen mit seiner sehr geradlinigen, nie übertriebenen Darstellung des Trolljägers Hans eine Meisterleistung erzielt. Er ist es, der den Film erdet, ihm einen besonderen Charme verleiht (neben den grandiosen Trollen natürlich) und ihn niemals in die Kitschfalle tappen lässt.

Ich wünsche jedem, diesen Film irgendwann, irgendwo einmal in einem gefüllten Kino mit einem gutgelaunten Publikum zu sehen. Vielleicht bin ich „Trolljegeren“ deshalb verfallen. Oder weil ich väterlicherseits Norweger bin. Oder weil ich ein totaler Genrenarr bin. Oder alles zusammen. ODER weil „Trolljegeren“ einfach wirklich gut ist.

Es beweist jedenfalls, dass Norwegen immer wieder für einen cineastischen (genrelastigen) Überaschungsknall gut ist. Noch vor nicht allzu langer Zeit hat man das Land mit Nazi-Zombies terrorisiert (Dead Snow), jetzt ist die nächste Kuriosität (wenn auch aus norwegischer Sicht nicht allzu weit hergeholt) nachgeschossen worden. Da füllt Norwegen mit viel Ehrgeiz eine Nische – nicht nur geografisch – zwischen den skandinavischen Nachbarn und Filmländern Schweden und Dänemark. Womit schlussendlich nur zu hoffen bleibt, das da mehr kommen möge!

Wo wir schon bei Tradition und norwegischem Kulturgut waren, Edvard Grieg kommt auch in diesem Score mal wieder nicht zu kurz. In Dead Snow bekamen wir sein grandioses In The Hall of the Mountain King gleich in der Eröffnungssequenz um die Ohren geschlagen, in Trolljegeren müssen wir bis zur letzten Sekunde des Films darauf warten. Und einmal mehr wird deutlich: Wo Norwegen drauf steht, ist Norwegen drin.

Beim Dreh von „Trolljegeren“ sind laut eigenen Angaben übrigens keine Trolle verletzt worden. Der Troll im alten Volksmärchen hatte da weniger Glück:

„Mit meinen Speeren, du armer Tropf,

Stech’ ich die Augen dir aus dem Kopf.

Ich hab’ auch zwei grosse Wackerstein’,

Mit denen zerbrech’ ich dir Mark und Bein,“

sagte der Bock. Und er stürzte sich auf den Troll, stach ihm die Augen aus, zerbach ihm Mark und Bein und schmiss ihn in den Wasserfall.

Trailer OmeU


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