Über die verachteten Kicker aus Norkorea, Ausreiseverbot und eingekaufte Fans aus China.
Das Fußballfieber ist auch für mich unausweichlich. Darum nun ein kleiner Beitrag zur WM in Südafrika, vielleicht aus einer anderen Perspektive. Die Antihelden des Worldcups 2010, die Kicker Nordkoreas, stehen im Mittelpunkt.
Gestern Abend fand das Auftaktspiel der ungeliebten Nordkoreaner statt. Ihre Gegner stattdessen die großen Sympathieträger hierzulande: die Ballzauberer aus Brasilien. Da wird man schon schnell schief angeschaut, wenn man es wagt, der Mannschaft aus Ostasien die Daumen zu drücken.
Und warum ist es so schrecklich zu Nordkorea zu halten, anstatt zum klaren Favoriten Brasilien? Ich gehe mal davon aus, dass weniger das Fußballspiel der “Reds”, sondern eher die totalitäre und menschenverachtende Politik Kim Jong-Ils, dem Diktator der Demokratischen VR, ausschlaggebend ist. Der Hass dem Staatsführer gegenüber ist gerechtfertigt. Aber was können die Elf am Rasen dafür, die für Nordkorea einfach Fußball spielen wollen? Rein gar nichts.

Jong Tae-Se, der "nordkoreanische Wayne Rooney", (gestern mit Stoppelglatze) durchbricht oft die brasilianische Verteidigung.
Und siehe da, die Partie gestern war sogar richtig spannend! Die Brasilianer liefen in der ersten Halbzeit gegen eine Wand. Grund dafür eine äußerst disziplinierte nordkoreanische Verteidigung (Widerspiegelung der nordkoreanischen Mentalität?). Endergebnis 2:1 für Brasilien. Ein Unentschieden wäre eine Sensation gewesen, weit davon entfernt waren die Nordkoreaner gestern nicht. Respekt!
Interessant zu beobachten war nicht nur das Spiel, sondern auch die angereisten Fans aus der VR. Eigentlich hat Nordkorea ja ein Ausreiseverbot verhängt, auf der Tribüne standen dann aber doch ein paar Fans gesittet nebeneinander. Man konnte den Eindruck bekommen, dass es sich dabei nicht um echte Anhänger, sondern um Schauspieler handelte, die für ihren Auftritt geprobt und gestern die VR im Stadion verkörpert hatten. Es kursierte ja sogar die Geschichte in den Medien, dass 1000 Chinesen gekauft worden sind, die als nordkoreanische Fans nach Südafrika geschickt wurden!
Alles sehr kurios. Kurios wäre auch ein WM-Finale zwischen Nord- und Südkorea, auch wenn politische Spannungen am Rasen nichts verloren haben. Beide zeigten ja schon einen starken Start. Nordkorea wird die Gruppenphase allem Anschein nach aber wahrscheinlich nicht überstehen.
Hier noch ein Artikel mit mehr Kuriosem über die nordkoreanische Mannschaft auf sportschau.de:
Aus einem weiten unbekannten Land